Twitter-Klon für Literaturfreunde
26. August 2009 | Author: Anja Krieger | Kategorie: Letzte Artikel“Connecting readers around the literary moments they love” ist das Motto des neuen Mikroblogging-Dienstes “Words Move Me” von Sony. Das Portal stellte Sony am Dienstag zusammen mit seinem neuen E-Reader vor.
Bei Words Move Me können Benutzer bis zu 255 Zeichen lange Buchzitate einstellen. Buchtitel, Autor und Schlagworte werden ergänzt, dann wird das Zitat veröffentlicht. Wie bei Twitter können sich die Benutzer gegenseitig “followen”, also abonnieren, und dann die Zitate der anderen mitlesen.
Ein “lahmer Twitter-Klon”, kommentiert John Biggs von CrunchGear schon mal prophylaktisch. Für TechCruncher Erick Schonfeld ist der neue Dienst zuerst einmal Marketingstrategie. Potential habe die Sache aber schon:
“Die Seite fällt in die Kategorie “virales soziales Marketing” — alle Seiten sind gepflastert mit Links zur Sony Reader Webseite und dem eBook Store — und ist anscheinend öffentlich gemacht worden, bevor sie wirklich fertig war. Aber sie könnte als ein Nischen-Microblogging-Netzwerk um das Teilen von Buchzitaten durchaus interessant sein.”
Problematisch findet Schonfeld, dass die Seite bis jetzt nur geschlossen funktioniert. An große Netzwerke wie Facebook oder Twitter ist Words Move Me noch nicht angeschlossen. Das sei aber wohl geplant. Und für den Erfolg des Portals auch unerlässlich, so Schonfeld.
Trotz der Werbung auf der Seite: Für online-affine Literaturliebhaber könnte Words Move Me eine schöne Sache sein, durch die sich neue Autoren entdecken und Gleichgesinnte finden lassen. Man kann sich am Anfang zufällige Zitate anzeigen lassen, die “andere Benutzer bewegt haben”, und so ins Netzwerk einsteigen. Auch nach Autoren, Schlagworten oder Buchtiteln lässt sich suchen. Anscheinend stellen die User mittlerweile auch nicht nur Zitate, sondern eigene Kommentare zu Büchern oder Selbstgeschriebene “literarische Momente” ein.
Von der Usability her ist der Einstieg nicht ganz so elegant, besonders, wenn man an Twitter gewöhnt ist. Insgesamt ist die Benutzerführung etwas unübersichtlich.
Wie das Portal für verschiedene Sprachen funktionieren soll, ist mir auch noch nicht klar. Es können ja Zitate auf anderen Sprachen außer Englisch eingespeist werden. Nach Sprachen kann man aber anscheinend noch nicht filtern.
Äußerst nervig außerdem: Der Button, über den man sich zufällig ausgewählte Zitate anschauen kann, wird auf manchen Seiten zu einem Link zum E-Book store, wo man sich dann auch schnell mal wieder findet.
Wenn solche Werbe-Tricks wieder ausgebaut und noch etwas gebastelt wird, könnte Words Move Me aber ein attraktives Nischen-Portal werden.






