Kampf um die Werkherrschaft
17. Juli 2009 | Author: Anja Krieger | Kategorie: Letzte Artikel
Die Debatte um Urheberrechte im Netz bekommt gerade weiter ordentlich Feuer. Roland Reuß, Initiator des Heidelberger Appells, und seine Mitunterzeichner machen gegen Googles Digitalisierungsprojekt “GoogleBooks” und die “Open Access”-Bewegung in der Wissenschaft mobil. Am Mittwoch lud Reuß ins Frankfurter Literaturhaus zu einer Diskussion um “Autorschaft als Werkherrschaft in digitaler Zeit”.
Die Welt begrüßt Reuß’ Initiative und geißelt Google als “Raubritter im Netz”:
Knapp drei Monate vor dem Ende der Widerspruchsfrist und der Anhörung zum umstrittenen “Book Settlement”, das nur eine sittenwidrig geringfügige Entlohnung von Autoren durch den wie entfesselt Bücher scannenden Internetgiganten Google vorsieht, scheint sich auch hierzulande endlich eine Opposition zu formieren, die diesen Namen verdient.
Deutlich weniger Begeisterung rief die “dramatisierte Bühnenversion des Appells” beim Literatur-Café hervor:
Im Heidelberger Appell fordern die mittlerweile über 2.600 unterzeichnenden Autoren, Künstler und Verlage von der Politik, das Urheberrecht zu verteidigen, da dieses in erster Linie durch Googles Buchsuche und den Zwang zum Open Access massiven Angriffen ausgesetzt und nachhaltig bedroht sei…
Allerdings wurde im Frankfurter Literaturhaus eher ein Kleinkrieg zwischen Wissenschaftlern und die Ratlosigkeit gegenüber Google inszeniert. Garniert wurde das Ganze mit dem Bild des tumben Internet-Nutzers, der die Piratenpartei wählt und grundsätzlich alles sofort und umsonst will.
Die Perlentaucher fassen weitere Reaktionen zusammen:
Leise Töne der Distanzierung von Roland Reuß vernimmt man in der FAZ. Die SZ verteidigt mit Reuß das “unbedingte Individual- und Persönlichkeitsrecht des Autors” (das sie dann ja vielleicht auch in ihren Verträgen würdigt). Die Welt erklärt, warum ein Leistungsschutzrecht für Buchverlage Autoren nützen könnte. Die Blogs klingen eher entgeistert: War das eine Bischofskonferenz?
Auch Cheftaucher Thierry Chervel bloggt im Ententeich zur Sache.






