Mein erstes Buch - Die Schatzinsel
28. März 2009 | Author: DonDahlmann | Kategorie: Letzte Artikel
Man liest viele Bücher in seinem Leben. Manchen bleiben einem immer im Gedächtnis, von anderen wiederum hat man den Titel schon wieder vergessen, wenn man das Buch ins Regal stellt. Nie vergessen wird man allerdings das erste Buch, dass einem lange begleitet hat. Bei mir war das “Die Schatzinsel” von Stevenson. Es muss ein Geschenk gewesen sein, denn ich habe es gelesen, als ich ungefähr 12 Jahre alt war. Ein Hardcover, aber ohne Umschlag. Auf dem Buchdeckel fand sich eingeprägt eine stilistische Zeichnung eines alten Segelschiffes. Mehr brauchte es auch nicht, damit man erkennen konnte, um was es in dem Buch geht. Piraten, Gold, das Meer, Segelschiffe, ferne Länder, Abenteuer. Was will man als Junge in dem Alter mehr? Also: Taschenlampe raus!
Das war auch notwendig, denn ich erinnere mich, dass ich das Buch verschlungen habe. Meine Eltern ermahnten mich natürlich endlich zu schlafen, aber ich glaube, sie haben sich insgeheim amüsiert. Vor allem mein Vater, der das Buch in seiner Jugend gelesen hatte. Also las ich, bis mir die Augen zufielen. Ich las im Bus auf dem Weg zur Schule, heimlich unter dem Tisch während der Unterrichtsstunden, auf dem Weg nach Hause, Nachmittags und wieder in der Nacht. Als ich das Buch durch hatte, fing ich einfach noch einmal von vorne an. Ich glaube, ich habe es dreimal gelesen und war so vertieft, dass ich ich davon geträumt habe.
Vor ein paar Jahren stolperte ich an einem der “Ramschtische” in einem Buchhandel wieder über das Buch. Vergessen hatte ich es nicht, aber es lagerte seit gut 25 Jahren im Schrank meiner Eltern. Ich kaufte das Buch, auch weil ich es noch einmal lesen wollte. Und es verursachte den gleichen Zauber, der mich schon damals gepackt hatte. Wieder las ich eine Nacht fast komplett durch, mit großer Amüsement las ich die Geschichte, und erinnerte mich gleichzeitig daran, was ich damals empfunden hatte, als ich es las. Als ich zuklappte wusste ich aber auch, dass ich es nicht das letzte Mal gelesen habe. Auch wenn es keine “Hochkultur” ist, es ist immerhin ein Buch, dass sei rund 300 Jahren immer wieder neue Freunde findet und vermutlich in jeder Generation von vielen 12-Jährigen gelesen wird, die es von ihren Eltern bekommen haben.






