Der Buchhandel droht

13. März 2009 | Author: DonDahlmann | Kategorie: Letzte Artikel

SkipisE-Books sind gerade mal auf dem Markt, da macht sich die Buchindustrie schon Sorgen um Raubkopien. Man werde, so Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, gegen illegale Downloads mit aller Schärfe vorgehen. Die Drohung umfasst auch das Mittel der Abmahnung, was allerdings nicht leicht durch zu setzen sein wird. Aber die die Reaktion zeigt auch, dass die Angst vor massiven Umsatzverlusten im Buchhandel sehr groß ist. Da die Einnahmen in den letzten Jahren, gemessen am Verkaufspreis eines Buches, nicht gestiegen sind, kann man schon verstehen, dass auch nur wenige Prozent illegaler Downloads die Gewinnmargen weiter runter drücken würden. Doch macht die Ankündigung überhaupt Sinn?

Abmahnungen androhen kann der Buchhandel ja gerne, das Problem wird aber sein, diese durch zu setzen. Schon jetzt weigern sich viele Staatsanwaltschaften einzele User wegen weniger Downloads zu verfolgen. Der Aufwand lohnt sich einfach nicht, die Kosten für die Strafverfolgung sind zu hoch. Warum sollte dies bei einem E-Book anders sein?

Zum anderen muss man die Kirche auch mal im Dorf lassen. Ein Buchtausch ist etwas völlig normales und findet jeden Tag statt. Habe ich ein gutes Buch gelesen, gebe ich oft Freunden weiter und es gibt mittlerweile weltweit Tauschbörsen (Wir berichteten) wo man seinen Bestand eintauschen kann. Warum sollte man das nicht mit E-Books machen? Und was soll der Buchhandel dagegen unternehmen?
Und dann ist da das Image-Problem. Der Buchhandel sollte sich noch mal genau anschauen, was mit der Musikindustrie in den letzten Jahres passiert ist. Die Branche hat ihr Image von einem hippen und coolen Verein zu einer von Anwälten dominierten Branche runter gezogen, die ihre Kunden kriminalisiert.

Ich glaube zu dem auch nicht, dass illegale Downloads bei Büchern in den nächsten Jahren ein Problem sein werden. Wie schon neulich erwähnt, glaube ich nicht, dass sich E-Reader in ihrer jetzigen Form an ein Massenpublikum wenden. Statt langatmiger Drohungen, die einem selber nur schaden, sollte der Börsenverein lieber Strategien entwickeln, wie man sich und den Handel ins 21. Jahrhundert schaffen kann.

Tags: , , ,

Kommentar schreiben