Kindle und die DRM-Probleme
5. März 2009 | Author: DonDahlmann | Kategorie: Letzte Artikel
E-Reader werden einerseits von der Verlagswirtschaft als neuer Absatzmarkt begrüßt, andererseits macht man sich auch große Sorgen. Man hat Angst, dass mit der elektronischen Verbreitung von Büchern die Büchse der Pandora aufgemacht wird. Denn bisher waren Bücher eben nur schwer zu kopieren, doch wenn sie jetzt in einem kompakten Format vorliegen, könnte sich die Sache ändern. Der Gedanke, dass Bestseller demnächst millionenfach in Tauschbörsen verteilt werden, treibt den Verlagen und den Händlern dicke Schweißperlen auf die Stirn. Die Frage ist aber: macht man sich zu Recht Gedanken und hat deswegen E-Book mit einem restriktiven DRM belegt?
Auf den ersten Blick scheint es unwahrscheinlich, dass jemand statt eines Buches in Zukunft dauerhaft ein E-Book zur Hand nehmen wird. Der Vergleich mit der Musikindustrie wird aber immer wieder gerne in den Vordergrund gestellt, doch der hinkt auf der ganze Linie. Zum einen handelt es sich bei mp3s um eine leicht konsumierebare Sache. Man braucht nicht viel Aufmerksamkeit, um ein Lied zu hören, die Technik um ein mp3 abspielen zu können, ist klein und handlich. Das sieht bei Büchern schon anders aus. Wer schon mal einen langen Text am Bildschirm gelesen hat, weiß wie anstrengend das sein kann. Selbst hartnäckige Internetuser drucken sich lange Texte eher schon mal aus. Dazu kommt, das die Geräte über einen relativ großen Bildschirm verfügen müssen, damit man ein Buch überhaupt lesen kann. Das führt dazu, dass die E-Reader immer noch sehr sperrig sind und es auch bleiben werden.
Natürlich kann man sich eine E-Book Datei auch zu Hause ausdrucken, aber allein die Papier- und Druckkosten übersteigen die eines Taschenbuchs bei weitem. Es macht also wenig Sinn, wenn man sich auf diese Weise ein Buch “illegal” besorgen würde.
Das Problem ist auch, dass es bisher kein einheitliches DRM-Format gibt. Ich kann die Bücher also nicht auf ein anderes Gerät transferieren. Wechsel ich das System, verliere ich auch alle Bücher. Etwas ähnliches hat die Musikindustrie schon versucht und ist dafür böse abgestraft worden.
DRM macht also, vor allem jetzt, überhaupt keinen Sinn. Ich sehe die Buchbranche auch nicht einer ähnlichen Gefahr ausgesetzt, wie die Musikindustrie erlebt hat. Bisher sind E-Reader nur für jene Menschen interessant, die wissenschaftlich arbeiten und nicht dauernd 50 Kilo Papier mir sich rum schleppen müssen, oder Vielflieger, die statt mehrerer Bücher lieber ein schmales Gerät mit sich führen wollen.
Die Verlage wären also gut beraten, wenn sie auf DRM-Systeme bei E-Books verzichten würden.







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