Weg mit dem Buchdruck?

9. Januar 2009 | Author: DonDahlmann | Kategorie: Letzte Artikel

BuchdruckSeit dem das Internet seinen Siegeszug angetreten hat, verlagert sich das publizistische Interesse immer mehr in Netz. Die gedruckten Tagesmedien leiden heute massiv unter der Konkurrenz und nicht wenige sehen die meisten Tageszeitungen in den nächsten Jahren nach und nach verschwinden. Eine Branche, die vom Netz schon abgestraft wurde, ist die Musikindustrie, die mangels nötiger Flexibilität und der schon fast kindischen Ablehnung neuer Vertriebstechnologien den Schritt über den Abgrund schon fast gemacht hat. Jetzt werden die ersten Stimmen laut, die auch die Buchindustrie vor großen Problemen sehen. Werden E-Reader und E-Books das gedruckte Werk verschwinden lassen?

Geht es nach Jason Epstein, dann lautet die Antwort ganz klar: Ja. Und das nicht, weil das Buch zu unhandlich wäre, sondern weil Bücher heute noch vertrieben werden wie vor 500 Jahren, als Gutenberg den Druck erfand. Bücher werden gedruckt, zentral verteilt und über ein eingeschränktes Netzwerk verkauft. Die Wege, auf denen Bücher zum Leser kommen, haben sich kaum verändert, doch jetzt gibt es eine Technik, mit der sich das ändern könnte.

Denn E-Reader wie der Kindle von Amazon sind nur der erste Schritt einer digitalen Revolution, die auch im Buchhandel Einzug halten wird. Noch mag man sich nicht vorstellen, dass man seine Bücher, die nach dem Lesen im Regal stehen, gegen eine seelenlose Datei austauschen will, aber genau das hat man auch gedacht, als die CD die Schallplatte und die mp3s die CD abgelöst haben.

Noch sind E-Reader zu sperrig, zu hässlich und nicht wirklich brauchbar. Doch auf den ersten Technikmessen tauchen die ersten faltbaren und hauchdünnen Displays auf. Warum nicht ein solches Display nebst der dazugehörigen Technik in ein Buch ein bauen? Statt 20 Bücher mit in den Urlaub zu schleppen, hätte man alle in einem “Buch”. Dazu kommt “E-Ink”, ein System, dass haardünne, knickbare Displays in Zeitungen und Bücher zulässt.

Noch ist das alles Zukunftsmusik, aber in den nächsten drei bis fünf Jahren kann hieraus Realität werden. Und das würde die Buchindustrie vor massive Probleme stellen. Denn wenn die User damit anfangen, Bücher wie Musik zu tauschen, dann bricht der Industrie ein Teil der Einnahmen weg.

Auf der anderen Seite: Das Buch hat bisher alle Angriffe einer neuen Technologie überlebt. Das Radio, das Fernsehen, das Internet - jedesmal hieß, dass nun niemand mehr Bücher liest, doch das Gegenteil ist eingetreten.

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