Twitter in der Literatur
6. Januar 2009 | Author: DonDahlmann | Kategorie: Letzte Artikel
Der Mikrobloggingdienst “Twitter” krempelt gerade die Agentur- und Medienlandschaft um. Millionen User schicken rohe und unverfälschte Nachrichten per Internet oder mittels eines Handys an ihre Freunde und tragen so dazu bei, dass Nachrichten sich schneller verbreiten. Bei den traurigen Anschlägen in Mumbai im November 2008 war Twitter zeitweilig die einzige Nachrichtenquelle, die zeitnah Neuigkeiten verbreiten konnte. Selbst die großen Nachrichtensender wie “CNN” und die “BBC” nutzen die Twittermeldungen für ihre Berichterstattung, und zeigten, dass Inhalte, die von Usern generiert werden, durchaus für jede Menge Aufsehen sorgen können. Das so ein soziales Netzwerk sich für Nachrichten eignet mag klar sein, aber was lohnt sich das auch für den Literaturbetrieb?
Durchaus! Für Autoren, die das Netz mittels Blogs schon für ihre eigenen Zwecke nutzen, lohnt sich Twitter in jedem Fall. Denn über Twitter kann man seine neuen Einträge einem großem Publikum bekannt machen. Interessierte und vor allem neue Leser können auf die eigene Webseite “gelockt” werden.
Aber auch für Buchhändler ist Twitter spannend. So nutzt der Händler Michael Lieberman (www.twitter.com/HallofShame) Twitter dafür, auf die schlechtesten Buchrezensionen hinweisen, die er finden kann. Meist stammen die natürlich aus dem Netz. Garrett Scott (www.twitter.com/bibliophagist) nutzt Twitter etwas pragmatischer. Er berichtet über seinen Alltag als Buchhändler und lässt die Leser auch mal einen Blick in sein Privatleben werfen.
Ob die 140 Zeichen langen Einträge auch literarisch gewertet werden können, ist noch umstritten. Der Berliner Autor Christian Ankowitsch (http://twitter.com/ankowitsch) versucht seit ein paar Tagen, den ersten Roman in Twitter-form zu veröffentlichen. Daneben gibt es aber auch noch Twitkrit (http://twitter.com/twitkrit) die auf ihrer Webseite twitkrit.de die Kurzmeldungen einer literarischen Kritik unterziehen. Eine erste Twitterlesung, auf der Autoren ihre besten Mitteilungen lasen, fand schon im letzten Jahr statt.
Wie man sieht, gibt es viele Möglichkeiten, wie man Twitter auch literarisch nutzen kann. Auch wenn die Beschränkung auf 140 Zeichen im ersten Moment etwas ungewöhnlich sein mag, weckt es doch auch gleichzeitig die lyrische Seite in einem.







eine weitere möglichkeit sich via twitter literarisch zu betätigen bietet der literatur-twitter. bis einschließlich 31. Juli 09 haben Sie die möglichkeit über die arbeitswelt zu twittern. nähere infos gibt es auf der site des literatur-twitters.