Archive for Dezember 2008

Zehn Seiten

Dez 11th, 2008 | By Anja Krieger | Category: Letzte Artikel

zehnseitenEine schöne Idee, schön umgesetzt: Das Literaturportal zehnseiten.de, seit der Buchmesse online, stellt zeitgenössische Autoren vor, indem es sie aus ihren Werken lesen lässt. Zehn Seiten dürfen sich die Autoren aussuchen und vortragen. Anschauen und -hören kann man sich das als schwarz-weiß-Videos, die in ein gelungen schlichtes und einfach zu bedienendes Seitendesign eingebettet sind. Eigentlich ist es ja Werbung, aber optisch und multimedial so schön umgesetzt, dass man für einen Moment das Gefühl hat, hier gehe es nicht um Verkaufszahlen. Der Autor sitzt an seinem Tisch, mal hat er sein Buch vor sich, mal trägt er frei vor, neben ihm vielleicht noch ein Wasserglas, mehr nicht. Man hat das Gefühl, bei einer sehr intimen Lesung dabei zu sein. Zehn Seiten lang hört und sieht man, wie die Autoren ihren eigenen Büchern Stimme und Leben verleihen.



Hunger und Wissensdurst

Dez 9th, 2008 | By Anja Krieger | Category: Letzte Artikel

clezioDer Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an den französischen Schriftsteller Jean-Marie Le Clézio. Seine Dankesrede kreist um die Frage, inwiefern Literatur in der Gegenwart gerechtfertigt sein kann. Denn „wer schreibt, handelt nicht“. Literatur sei „Luxus einer herrschenden Klasse“: „Wie ist es zum Beispiel möglich, dass man sich einerseits so verhält, als gäbe es nichts auf der Welt, was wichtiger sei als die Literatur, während es andererseits unmöglich ist, die Augen davor zu verschließen, dass andernorts die Menschen mit dem Hunger kämpfen und gezwungen sind, das Wichtigste darin zu sehen, was sie am Ende des Monats verdienen?“ zitiert der Nobelpreisträger den schwedischen Autor Stig Dagermann. Le Clézio, Jahrgang 1940 und Sohn eines Briten und einer Französin, erzählt, wie er schon im zarten Alter von “sechs oder sieben Jahren”, in einer Zeit des Kriegs und Mangels, zu schreiben beginnt. Später studiert in seiner Geburtsstadt Nizza Literatur und Philosophie. Für sein erstes Buch, “Das Protokoll” (”Procès-verbal”), erhält er 1963 den begehrten Prix Renaudot.



Kein Buch unterm Baum

Dez 5th, 2008 | By Anja Krieger | Category: Letzte Artikel

stiftunglesen45 Prozent aller 14- bis 19-Jährigen haben nach eigenen Angaben als Kind nie ein Buch geschenkt bekommen. Dies ist eines der Ergebnisse der neuen Studie “Lesen in Deutschland 2008″ der Stiftung Lesen. Dadurch fehle jungen Menschen ein “besonders wichtiger Leseimpuls”, so die Stiftung in einer Pressemitteilung zur Veröffentlichung der Studie. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte repräsentative Umfrage wurde seit dem Jahr 2000 unter 2500 Jugendlichen und Erwachsenen durchgeführt. Ihrzufolge liest in Deutschland “jeder Vierte niemals ein Buch”.



Litprom launcht “Weltempfänger”

Dez 3rd, 2008 | By Anja Krieger | Category: Letzte Artikel

weltempfaenger“Weltempfänger” heißt die neue Bestenliste, mit der der Verein litprom deutsche Übersetzungen afrikanischer, asiatischer und lateinamerikanischer Literatur fördern will. Die Liste wird von nun an vierteljährlich im Februar, Juni, September und November erscheinen. Die erste Weltempfänger-Liste führt der indische Autor Aravind Adiga an, dessen Buch “Der Weiße Tiger” bereits den Booker Prize gewonnen hat und von Ingo Herzke ins Deutsche übersetzt wurde. Auf Platz 2 folgt der Halbsudanese Jamal Mahjoub mit seinem Roman “Die Stunde der Zeichen”, übersetzt von Thomas Brückner.