Hunger und Wissensdurst
Dez 9th, 2008 | By Anja Krieger | Category: Letzte Artikel
Der Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an den französischen Schriftsteller Jean-Marie Le Clézio. Seine Dankesrede kreist um die Frage, inwiefern Literatur in der Gegenwart gerechtfertigt sein kann. Denn „wer schreibt, handelt nicht“. Literatur sei „Luxus einer herrschenden Klasse“: „Wie ist es zum Beispiel möglich, dass man sich einerseits so verhält, als gäbe es nichts auf der Welt, was wichtiger sei als die Literatur, während es andererseits unmöglich ist, die Augen davor zu verschließen, dass andernorts die Menschen mit dem Hunger kämpfen und gezwungen sind, das Wichtigste darin zu sehen, was sie am Ende des Monats verdienen?“ zitiert der Nobelpreisträger den schwedischen Autor Stig Dagermann. Le Clézio, Jahrgang 1940 und Sohn eines Briten und einer Französin, erzählt, wie er schon im zarten Alter von “sechs oder sieben Jahren”, in einer Zeit des Kriegs und Mangels, zu schreiben beginnt. Später studiert in seiner Geburtsstadt Nizza Literatur und Philosophie. Für sein erstes Buch, “Das Protokoll” (”Procès-verbal”), erhält er 1963 den begehrten Prix Renaudot.






