Elke Heidenreich liest im Netz
1. Dezember 2008 | Author: DonDahlmann | Kategorie: Letzte Artikel
Ob sich das ZDF da einen Gefallen getan hat, als sie Elke Heidenreich aus dem Programm entfernt haben? Die sicherlich streitbare Moderatorin des Magazins “Lesen!”, geht jetzt auch ins Internet und versucht dort interessierten Zuschauern ein paar Bücher zu empfehlen. Dies dann nicht mehr sechs Mal Jahr, sondern monatlich. Ihre Shows laufen auf den Portal litColony.de und werden von der Videoplattform Sevenload gehostet. Aufgenommen wird die Sendung stilecht in einer Kneipe der Kölner Südstadt. Alles etwas zwangloser also, oder, wie Elke Heidenreich es selber ausdrückt: “Vor mir kein Gejodel, nach mir keine Kochshow und kein Kerner, weit und breit.” Das kann ja durchaus ein Vorteil sein. Und natürlich, dass man nicht mehr an die Sendezeiten des ZDF gebunden ist, denn das Internet ist ja 24/7 erreichbar. In Sachen Buchauswahl gibt es in der ersten Sendung allerdings wenig spannendes.
Die Liste besteht aus Rammstedt, Roger Willlemsen, Leonard Cohen, Alina Bronsky und William Goldman. Alles ganz nett, vor allem das Buch von Cohen, aber auch irgendwie nicht so richtig spannend. Heidenreich plaudert dann in ihrer Sendung mit dem Sänger der “Toten Hosen”, Campino, was sicher ein Highlight der Sendung ist, denn es zeigt den eher literarisch beseelten Menschen, dass auch ein ehemaliger Punk eine durchaus große Buchsammlung haben kann.
Ansonsten gibt es wenig Neuigkeiten. Frau Heidenreich erzählt und schlägt halt die Sachen vor, die ihr selber gefallen. Dies alles manchmal mit einem leicht Oberlehrerhaften Ton, der mir persönlich nicht so zusagt. Hochliterarten mag das alles ein wenig zu flach erscheinen, aber auf der anderen Seite nimmt sie kaum Bücher, die auf den Ramschtischen der Buchhandlungen zu finden sind.
Ob sich die Sendung im Internet wird halten können? Schwer zu sagen. Der Versuch ist jedenfalls mutig.






